„ Von der Sorgfalt für das öffentliche und Privatwohl geleitet, findet die Statthalterei bei dem großen Einfluss des Baubestandes auf die Gesundheit, die Gesittung, das Eigentum und die Sicherheit der Staatsbürger, darüber eigene fürsorgliche und leitende Bestimmungen zu allgemeinen Richtschnur vorzuschreiben.“
Dieser Text des § 1 der I. „Ab-Theilung“ (für Städte und Märkte) der Bau-Ordnung für das Herzogtum Steiermark aus dem Jahre 1857 enthält Grundgedanken, die auch heute in unserem demokratischen Rechtsstaat in der Form des modernen Sozialstaates für das Baurecht typisch sind. Die Sicherheit des Lebens und der Gesundheit der Staatsbürger ist nach wie vor primäres Anliegen der Bauordnungen.
Österreich als Staat mit 9 Bundesländern hat für jedes Bundesland eine eigene Bauordnung.
So wie landschaftliche und topographische Unterschiede in den einzelnen Ländern vorhanden sind, gibt es auch große Unterschiede in den jeweiligen Bauweisen und Bauvorschriften.
Allein die jeweils unterschiedlichen Wind- und Schneelasten machen bedeutende bautechnische Unterschiede nötig.
Dazu kommt noch, dass die traditionellen örtlichen Bauweisen und Bauformen große Unterschiede aufweisen und gepflegt werden wollen. Auch gibt es Unterschiede bei rein technischen Bestimmungen. So etwa verschiedene Vorschriften über Raumhöhen, erforderliche Brandwiderstandsdauer sowie für den Schall- und Wärmeschutz.

Das Bauamt bzw. die Baupolizei der Marktgemeinde Langenwang ist zuständig für die Genehmigung, Überwachung und Überprüfung von allen baulichen Anlagen und Gebäuden auf ihre Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Steiermärkischen Baugesetzes 1995 in Verbindung mit dem Steiermärkischen Raumordnungsgesetz 2010 i.d.g.F. Weiters werden Auskünfte zu den Bereichen Baurecht, Bauberatung, Baupolizei, Raumordnung, Baulandbestätigungen, Baukostenzuschuss für die Errichtung von Wohnbauten in der Marktgemeinde Langenwang sowie Jagd- u. Fischereirecht, erteilt.


Bewilligungspflichtige Vorhaben

Stmk. BauG § 19

Baubewilligungspflichtige Vorhaben

Bewilligungspflichtig sind folgende Vorhaben, sofern sich aus den §20 und §21 nichts anderes ergibt:

  1. Neu-, Zu- oder Umbauten von baulichen Anlagen;
  2. Nutzungsänderungen, die auf die Festigkeit, den Brandschutz, die Hygiene, die Sicherheit von baulichen Anlagen oder deren Teilen von Einfluss sein können oder die Nachbarrechte berühren oder wenn Bestimmungen des jeweils geltenden Raumordnungsgesetzes, des Flächenwidmungsplanes, des Bebauungsplanes oder der Bebauungsrichtlinien berührt werden können;
  3. die Errichtung, Änderung oder Erweiterung von Abstellflächen für Kraftfahrzeuge, Garagen und Nebenanlagen;
  4. Einfriedungen gegen Nachbargrundstücke oder öffentliche Verkehrsflächen, jeweils ab einer Höhe von mehr als 1,5 m;
  5. Veränderungen des natürlichen Geländes von nach dem Flächenwidmungsplan im Bauland gelegenen Grundflächen sowie von im Freiland gelegenen Grundflächen, die an das Bauland angrenzen;
  6. die länger als drei Tage dauernde Aufstellung von Fahrzeugen und anderen transportablen Einrichtungen, die zum Aufenthalt oder Nächtigen von Personen geeignet sind, wie insbesondere Wohnwagen, Mobilheime und Wohncontainer, außerhalb von öffentlichen Verkehrsflächen, Abstellflächen oder Garagen;
  7. der Abbruch von Gebäuden, ausgenommen Nebengebäude;


Benötigte bzw. beizubringende Unterlagen:

  • Schriftliches Ansuchen (Formular für Bau- bzw. Abbruchansuchen im Bauamt erhältlich)
  • Grundbuchsauszug nicht älter als 6 Wochen (erhältlich am Grundbuchsgericht) und Anrainerverzeichnis für den Bereich (Bauplatz) im Umkreis von 30 m vom Grundstück nicht älter als 6 Wochen (erhältlich am Grundbuchsgericht)
  • Baubeschreibung
  • Baupläne je 2-fach
  • ev. Energieausweis.


Kosten und Gebühren:
Die Verfahrensunterlagen sind wie folgt zu vergebühren:

  • Ansuchen: € 14,30
  • Baubeschreibung: € 3,90/Bogen
  • Plan: € 3,90 - wenn größer als A3: € 7,80

Die Kosten für Bescheidausfertigung, Bauverhandlung, Sachverständigengebühren etc. hängen vom Umfang des Bauvorhabens ab.

Bewilligungspflichtige Vorhaben

Stmk. BauG § 20

Anzeigepflichtige Vorhaben

Anzeigepflichtig sind folgende Vorhaben, soweit sich aus § 21 nichts anderes ergibt:

  1. Neu-, Zu- oder Umbauten von Kleinhäusern im Bauland, wenn die Eigentümer der an den Bauplatz angrenzenden Grundstücke, sowie jene Grundeigentümer, deren Grundstücke vom Bauplatz durch ein schmales Grundstück bis zu 6 m Breite (z. B. öffentliche Verkehrsfläche, privates Wegegrundstück, Riemenparzelle u. dgl.) getrennt sind, durch Unterfertigung der Baupläne ausdrücklich ihr Einverständnis mit dem Vorhaben erklärt haben;
  2. die Errichtung, Änderung oder Erweiterung von
    1. Abstellflächen für mehr als fünf Krafträder bis höchstens 30 Krafträder oder mehr als zwei Kraftfahrzeuge bis höchstens zwölf Kraftfahrzeuge mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von je 3.500 kg einschließlich der erforderlichen Zu- und Abfahrten;
    2. Garagen für höchstens 30 Krafträder oder höchstens zwölf Kraftfahrzeuge mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von je 3.500 kg und Nebenanlagen, auch wenn sie als Zubau zu einem Gebäude ausgeführt werden;
    3. Schutzdächern (Flugdächern) mit einer überdeckten Fläche von über 40 m2, auch wenn diese als Zubau zu einem Gebäude ausgeführt werden;
    4. Nebengebäuden;

      jeweils wenn die Voraussetzungen nach Z. 1 vorliegen. 
  3. die Errichtung, Änderung oder Erweiterung von
    1. Werbe- und Ankündigungseinrichtungen (Tafeln, Schaukästen, sonstige Vorrichtungen und Gegenstände, an denen Werbungen und Ankündigungen angebracht werden können, Bezeichnungen, Beschriftungen, Hinweise u. dgl.);
    2. Umspann- und Kabelstationen, soweit es sich um Gebäude handelt;
    3. Einfriedungen gegen öffentliche Verkehrsflächen sowie Stützmauern, jeweils bis zu einer Höhe von 1,5 m;
    4. Ölfeuerungsanlagen und Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe einschließlich von damit verbundenen baulichen Änderungen und Nutzungsänderungen;
    5. sichtbaren Antennen- und Funkanlagentragmasten;
    6. bauliche Anlagen für Reitparcours oder Hundeabrichteplätze;
    7. die nachträgliche Errichtung, Änderung oder Erweiterung von Hauskanalanlagen und Sammelgruben;

  4. Veränderungen des natürlichen Geländes von nach dem Flächenwidmungsplan im Bauland gelegenen Grundflächen, sowie von im Freiland gelegenen Grundflächen, die an das Bauland angrenzen, wenn die Eigentümer der an den Bauplatz angrenzenden Grundstücke durch Unterfertigung der Baupläne ausdrücklich ihr Einverständnis mit dem Vorhaben erklärt haben;
  5. die Aufstellung von Motoren, Maschinen, Apparaten oder ähnlichem, wenn hiedurch die Festigkeit von Bauten beeinflusst oder eine Gefährdung herbeigeführt werden könnte und die Aufstellung nicht in einer der Gewerbeordnung oder dem Luftreinhaltegesetz für Kesselanlagen unterliegenden Anlage vorgenommen wird.


Benötigte bzw. beizubringende Unterlagen:

  • Anzeige nach § 20/1 im Bauamt erhältlich,
  • Anzeige nach § 20/2 im Bauamt erhältlich,
  • Anzeige nach § 20/3 - 5 im Bauamt erhältlich,
  • Grundbuchsauszug und Anrainerverzeichnis (jeweils nicht älter als 6 Wochen und erhältlich am Grundbuchsgericht)
  • Baubeschreibung, Baupläne je 2-fach
  • ev. Energieausweis


Kosten und Gebühren:
Die Verfahrensunterlagen sind wie folgt zu vergebühren:

  • Ansuchen: € 14,30
  • Baubeschreibung: € 3,90/Bogen
  • Plan: € 3,90 - wenn größer als A3: € 7,80

Die Verfahrenskosten hängen vom Umfang des jeweiligen Bauvorhabens ab.

Bewilligungsfreie Vorhaben

Stmk. BauG § 21

(1) Zu den bewilligungsfreien Vorhaben gehört die Errichtung, Änderung oder Erweiterung von:

  1. Nebengebäuden (mit Ausnahme von Garagen), landesüblichen Zäunen, Folientunneln, Hagelnetzanlagen, Flachsilos, Beregnungsanlagen u. dgl., jeweils nur im Rahmen der Land- und Forstwirtschaft, sofern keine Nachbarrechte im Sinne des § 26 Abs. 1 Z. 1 und 2 berührt werden;
  2. kleineren baulichen Anlagen, wie insbesondere
    1. für die Verwertung (Kompostierung) von biogenem Abfall im Sinne des Steiermärkischen Abfallwirtschaftsgesetzes; wie insbesondere Kleinkompostieranlagen für Gebäude mit nicht mehr als sechs Wohnungen;
    2. Abstellflächen auf einem Bauplatz für höchstens fünf Kraftfahrräder oder höchstens zwei Kraftfahrzeuge mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von je 3.500 kg einschließlich der erforderlichen Zu- und Abfahrten, Fahrradabstellanlagen, sowie Schutzdächer (Flugdächer) mit einer überdachten Fläche von insgesamt höchstens 40 m2, auch wenn diese als Zubau zu einem Gebäude ausgeführt werden;
    3. Skulpturen und Zierbrunnenanlagen bis zu einer Höhe von 3 m inkl. Sockel, kleineren sakralen Bauten sowie Gipfelkreuzen;
    4. Wasserbecken bis zu insgesamt 100 m³ Rauminhalt, Saisonspeichern für solare Raumheizung und Brunnenanlagen;
    5. luftgetragene Überdachungen bis zu insgesamt 100 m² Grundfläche;
    6. Pergolen bis zu einer bebauten Fläche von 40 m2, Klapotetzen, Maibäumen, Fahnen- und Teppichstangen, Jagdsitzen sowie Kinderspielgeräten;
    7. Gerätehütten im Bauland bis zu einer Gesamtfläche von insgesamt 40 m²;
    8. Gewächshäusern bis zu 3 m Firsthöhe bis zu einer Gesamtfläche von insgesamt 40 m²;
    9. Solar- und Parabolanlagen sowie Hausantennenempfangsanlagen im Privatbereich; Mikrozellen zur Versorgung von Geländeflächen von 100 m bis 1 km und Picozellen für Mobilfunkanlagen zur Versorgung von Geländeflächen mit einem Durchmesser bis zu 100 m, samt Trag- u. Befestigungseinrichtungen;
    10. Telefonzellen und Wartehäuschen für öffentliche Verkehrsmittel;
    11. Stützmauern bis zu einer Höhe von 50 cm über dem angrenzenden natürlichen Gelände;
    12. Loggiaverglasungen einschließlich der erforderlichen Rahmenkonstruktion;
  3. kleineren baulichen Anlagen und kleinere Zubauten, jeweils im Bauland,  soweit sie mit den in Z. 2 angeführten Anlagen und Einrichtungen hinsichtlich Größe und Auswirkungen auf die Nachbarn vergleichbar sind.
  4. Baustelleneinrichtungen einschließlich der zum vorübergehenden Aufenthalt dienenden Unterstände;
  5. Feuerungsanlagen für feste und flüssige Brennstoffe bis zu einer Nennheizleistung von 8 kW, sofern Nachweise über das ordnungsgemäße Inverkehrbringen im Sinne des Steiermärkischen Feuerungsanlagengesetzes, LGBl. Nr. 73/2001, vorliegen;
    1. Gasanlagen, die keiner Bewilligungspflicht nach dem Steiermärkischen Gasgesetz unterliegen, Feuerungsanlagen jedoch nur dann, wenn Nachweise über das ordnungsgemäße Inverkehrbringen im Sinne des Steiermärkischen Feuerungsanlagengesetzes, LGBl. Nr. 73/2001 und der Gasgeräte-Sicherheitsverordnung, BGBl. Nr. 430/1994, vorliegen, sonstige Gasgeräte, die keine Feuerungsanlagen sind, jedoch nur dann, wenn Nachweise über das ordnungsgemäße Inverkehrbringen im Sinne der Gasgeräte-Sicherheitsverordnung, BGBl. Nr. 430/1994, vorliegen; (Typen- oder Einzelgenehmigungen vorliegen)
  6. Werbe- und Ankündigungseinrichtungen von Wählergruppen, die sich an der Wahlwerbung für die Wahl zu einem allgemeinen Vertretungskörper oder zu den satzungsgebenden Organen einer gesetzlichen beruflichen Vertretung, für die Wahl des Bundespräsidenten oder für Volksabstimmungen, Volksbegehren und Volksbefragungen auf Grund landes- oder bundesgesetzlicher Vorschriften beteiligen, innerhalb von 6 Wochen vor dem Wahltag oder dem Tag der Volksabstimmung, der Volksbefragung oder des Volksbegehrens bis spätestens 2 Wochen danach.


(2) Bewilligungsfrei sind überdies:

  1. der Umbau einer baulichen Anlage oder Wohnung, der keine Änderung der äußeren Gestaltung bewirkt;
  2. die bis zu drei Tagen dauernde Aufstellung von Fahrzeugen und anderen transportablen Einrichtungen im Sinne des § 19 Z 6;
  3. die Lagerung von Heizöl bis 300 l;
  4. der Abbruch aller nicht unter § 19 Z 7 fallenden baulichen Anlagen;
  5. Einfriedungen gegen Nachbargrundstücke (ausgenommen öffentliche Verkehrsflächen) bis zu einer Höhe von 1,5 m;
  6. Solar- und Photovoltaikanlagen bis zu einer Kollektorfläche von insgesamt 100 m²;

(3) Bewilligungsfreie Vorhaben sind vor ihrer Ausführung der Gemeinde schriftlich mitzuteilen. Die Mitteilung hat den Ort und eine kurze Beschreibung des Vorhabens zu enthalten.

(4) Durch baubewilligungsfreie Vorhaben dürfen Bau- und Raumordnungsvorschriften, wie insbesondere festgelegte Bauflucht-, Baugrenz- und Straßenfluchtlinien, sowie die Vorschriften über Abstände nicht verletzt werden.

Benötigte bzw. beizubringende Unterlagen:
Schriftliche Mitteilung (Formular im Bauamt erhältlich). Die Mitteilung hat eine Beschreibung des Vorhabens und den Ort zu enthalten.

Information zur Bauabgabe § 15 Stmk. BauG. 1995
Bei der Bauabgabe handelt es sich um ein Landesgesetz, welches anlässlich der Erteilung der Baubewilligung oder der Genehmigung der Baufreistellung (Anzeigeverfahren) von der Abgabenbehörde (Marktgemeinde)  dem Bauwerber per Abgabenbescheid vorgeschrieben werden muss.
Wird von der Baubewilligung nicht Gebrauch gemacht, so ist die vorgeschriebene Bauabgabe bei späteren Baubewilligungen auf demselben Grundstück anzurechnen.
Bei Zu- und Umbauten ist die Bauabgabe entsprechend der neugewonnenen Bruttogeschoßflächen (verbaute Fläche) zu berechnen.
Sie errechnet sich aus dem Produkt von Einheitswert (€ 8,72 pro m²) je Quadratmeter und der Bruttogeschoßfläche. Dabei sind Erdgeschosse zur Gänze, die übrigen Geschosse (Tiefgaragengeschosse, Keller, Obergeschosse, Dachgeschosse u. dgl.) zur Hälfte zu berechnen. Diese Abgaben sind für die Finanzierung zur Herstellung von Verkehrsflächen, Oberflächenentwässerungen, Straßenbeleuchtung, Errichtung und Gestaltung von öffentlichen Kinderspielplätzen..., vorgesehen.
Weiters ist zu berücksichtigen, dass bei Errichtung von Betriebsobjekten für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung für Geschoßflächen welche nicht dem Wohnen dienen, nur 25 Prozent der errechneten Bauabgabe vorzuschreiben sind.
Die Vorschreibung der Bauabgabe entfällt, bei der Wiedererrichtung  von Gebäuden für dasselbe Ausmaß und bei Errichtung von Nebengebäuden. (Achtung! Ein Nebengebäude ist laut § 4 Abs. 47 Stmk. BauG. 1995 i.d.g.F. ein eingeschossiges, ebenerdiges, unbewohnbares Bauwerk von untergeordneter Bedeutung mit einer Geschoßhöhe bis 3,0 m, einer Firsthöhe bis 5,0 m und bis zu einer bebauten Fläche von 40 m².)